Fuss

Erkrankungen am Fußgelenk

  • Der Hallux rigidus: Übersetzt ist dies eine “steife Großzehe”. Grund ist die versteifende Verschleißerkrankung des Großzehengrundgelenkes.
  • Der Hallux valgus: Die klassische Zivilisationskrankheit der westlichen Länder. Überwiegend sind Frauen betroffen, welche jahrelang enges und / oder geschlossenes Schuhwerk getragen haben. In Ländern und Kulturkreisen, in denen Frauen in erster Linie Sandalen oder keine Schuhe tragen, ist dieses Krankheitsbild so gut wie nicht zu finden. Beim Hallux valgus kommt es zu einer Abweichung der Großzehe nach außen und einer am äußeren Rand deutlich sichtbaren knöchernen Auswachsung des Mittelfußknochens. Begleitet wird der Hallux valgus oft durch einen schmerzhaften Verschleiß des Zehengrundgelenks.
  • Die Hammerzehe oder Krallenzehe: Eine Zehenfehlstellung, die oft zusammen mit einem Hallux valgus auftritt und durch steife Beugefehlstellungen der Zehengrundgelenke (Hammerzehe) oder Mittelgelenke (Krallenzehe) gekennzeichnet ist. Beschwerden verursacht der Platzmangel im Schuh, der zur Ausbildung von schmerzhaften Hühneraugen führen kann.
  • Der Senk-, Spreizfuß: Der Senkfuß (lat. pes planus) ist eine Absenkung des natürlichen Fußlängsgewölbes. Ebenso wie der Spreizfuß, ist der Senkfuß eine Deformität, die durch Überbelastung eintritt. Neben Übergewichtigen und Menschen die häufig lange stehen, sind durch eine genetisch bedingte Bänderschwäche, vor allem Frauen betroffen. Der Spreizfuß ist die häufigste erworbene Fußdeformität (Fehlstellung des Fußes). Er entsteht aufgrund einer Veranlagung (konstitutionell) oder ist statisch bedingt. Es kommt zu einer Verbreiterung des Vorfußes bedingt durch eine Absenkung des Fußquergewölbes. Häufig ist ein Hallux valgus mit dieser Fehlstellung verbunden.
  • Der Knick-, Senkfuß: Eine meist harmlose kindliche Fußdeformität ist der kindliche Knick-Senk-Fuß. Dieser wird meist bei den ersten Gehversuchen der Kinder auffällig. Eine verstärkte X-Stellung der Ferse ist eines der auffälligsten Merkmale. Ebenso lässt sich eine Abflachung des inneren Fußgewölbes feststellen. Bis zu einem gewissen Grad ist die Fußfehlstellung normal, so dass es einen fließenden Übergang zum krankhaften gibt.
  • Der Hacken-, Hohlfuß: Bedingt durch ein angeborenes Muskelungleichgewicht kommt es zu der relativ häufigen Fußfehlstellung des Hackenfußes. Hierbei steht das Fersenbein kurz und steil, die Ferse steht in Verlängerung des Unterschenkels. Der Hohlfuß ist das Gegenstück zum Plattfuß. Besonders das innere Längsgewölbe ist übermäßig erhöht. Der Auftritt des Fußes ist verlagert. Bei einer Überhöhung des Längsgewölbes des Fußes spricht man von einem Hohlfuß. Die Ferse nimmt eine ständig nach innen gerichtete Stellung ein. Beim Hacken-Hohlfuß kommt es zu einer Steilstellung des Fersenbeins. Der Ballen-Hohlfuß, welcher häufiger auftritt, lässt sich vom Hacken-Hohlfuß deutlich abgrenzen.
  • Der Fersensporn: Als hinterer Fersensporn wird ein dornartiger Knochenauswuchs (Exostose) am bzw. vor dem Achillessehnenansatz bezeichnet. Beim unteren Fersensporn (auch plantarer (= die Fußsohle betreffend) Fersensporn genannt) befindet sich die Verknöcherung am Ursprung der kleinen Fußmuskeln als Überlastungsschaden infolge Senkung des Fußgewölbes.
  • Die Mortonsche Metatarsalgie: Bei der Mortonschen Metatarsalgie handelt es sich um ein Kompressionssyndrom der Nerven im Bereich der vorderen Fußsohle. Beklagt werden vorwiegend brennende, teilweise anfallsartig auftretende Schmerzen im Bereich der vorderen Mittelfußknochen mit Ausstrahlung in die Nachbarzehen. Druck auf die (mehr vordere) Fußsohle wirkt schmerzauslösend bzw. deutlich schmerzverstärkend. Ursächlich ist eine durch mechanischen Druck verursachte Nervenreizung, vor allem bei einem Senk-Spreizfuß. Dabei kommt es zu einer spindelförmigen sehr empfindlichen Auftreibung der beteiligten Nerven durch Druck zwischen den Mittelfußköpfchen.

Diagnostik

  • Computertomographie (CT): Ein CT ist die Auswertung einer Vielzahl aus verschiedenen Richtungen aufgenommener Röntgenaufnahmen. Diese Rechnerbasierte Auswertung ermöglicht die Darstellung von Schnittbildern und 3D-Ansichten. Durch Einsatz von Kontrastmitteln kann eine sehr gute Detailerkennbarkeit erzielt werden. Der Nachteil eines CT`s ist die Strahlenbelastung, welche jedoch durch die hohe Aussagekraft gerechtfertigt werden kann.
  • Digitales Röntgen: Früher mussten die Röntgenbilder nach der Aufnahme entwickelt werden. Im Zeitalter des digitalen Röntgens stehen diese dem Arzt sofort zur Verfügung und das ist nur ein Vorteil von vielen für die Diagnostik. Mit Hilfe modernster Technik kann der Arzt ohne große Mühe und zusätzliche Röntgenbelastung für den Patienten, die Bilder nachbearbeiten. Die Darstellung von Strukturen im Weichteilgewebe kann besser vom knöchernen abgegrenzt werden. Durch die vereinfachte Archivierung wird das Risiko von Verwechslungen und Verlust enorm minimiert.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Die Magnetresonanztherapie ist ein diagnostisches Verfahren zur Darstellung von inneren Organen und Geweben. Durch Magnetfelder und Radiowellen können von Organen Schnittbilder erzeugt werden. Es wird keine Umlagerung des Patienten benötigt. Bei einem MRT besteht keine Röntgenbelastung. Durch den Einsatz von starken Magnetfeldern sind einige Kontraindikationen zu beachten wie z.B. Herzschrittmacher, Metallsplitter oder Gefäßclips in ungünstiger Lage, die ersten 13 Wochen der Schwangerschaft, Insulinpumpen (intern) und Platzangst.